Mein Teamtest

Frauchen hat sich mit meiner Ausbildung immer viel Zeit gelassen. Nun bin ich  2 Jahre alt und Frauchen findet, das es langsam an der Zeit ist zu zeigen was ich kann. Deshalb werde ich am Samstag (10.11.2001) im Club für Hundesport Büttgen-Vorst e. V. mein Können unter Beweis stellen.

Bei einer Teamtest Prüfung wird das Gleiche verlangt wie bei einer Begleithund-Prüfung, nur ohne Gruppe und ohne Schuß, hat Frauchen mir erklärt. Sie meint, als Generalprobe wäre so ein Teamtest bestens geeignet, denn im Frühjahr wollen wir endlich die Begleithund-Prüfung machen, damit wir bald im Agility starten können.

Ich merke schon jetzt, das Frauchen ziemlich nervös ist. "Keine Panik Frauchen ich bin bei Dir... Wir machen das schon!!!"

Samstagmorgen 6.00 Uhr: Ich trau meinen Ohren nicht: Der Wecker klingelt... "Neee, nicht aufstehen! Es ist doch saukalt. Bei solchen Temperaturen schickt man doch keinen Hund vor die Tür..." Frauchen lässt sich nicht beeindrucken und quält sich aus dem warmen Bett. Ich hab das Gefühl, das sie eigentlich auch keine Lust hat...

Als Frauchen aus dem Badezimmer kommt, begrüße ich sie überschwenglich, wie jeden morgen und knuspere anschließend mein Futter. Gegen 7.00 Uhr steige ich ins Auto und lege mich in meine Box. Frauchen wühlt im Handschuhfach und holt einen Gegenstand hervor, mit dem sie dann kaltes weißes Zeug von den Autoscheiben kratzt. Ich roll mich zusammen und Frauchen steigt bibbernd ins Auto. Ohne das etwas erwähnenswertes passiert kommen wir, nach ca. 50 Minuten Fahrt, in Büttgen-Vorst an.

Da sich der Hundeplatz inmitten von Wiesen, Wald und Feldern befindet, war hier alles mit diesem weißen Zeug, welches Frauchen von den Autoscheiben gekratzt hatte, überzogen. Frauchen meinte, das dieses kalte weiße Zeug daran schuld wäre das es ihr so kalt ist. Ich dagegen fand es sehr interessant: Es verwindet spurlos, wenn man es mit der Nase berührt...

Als wir dann endlich an der Reihe waren und den Platz betreten durften, traute ich meinen Augen nicht... Der ganze Platz war mit diesem Zeug überzogen! Der Weg, den wir laufen mussten, konnte man schon gut erkennen, da schon andere Teams vor uns dran waren. Frauchen bibberte immer noch... war sie nervös oder war ihr immer noch kalt?!

Nachdem wir bei dem Richter "Meldung" gemacht hatten, nahmen wir die Grundstellung ein. Gerade als ich herausfand, das ich dieses Zeug auch durch auflecken verschinden lassen konnte, hörte ich wie Frauchen "Fuß" sagte.

"Moooment mal. Bin doch noch nicht fertig mit meiner Untersuchung...!" Also hinterher und Frauchen überholt. "Upps ich bin ja an der Leine." Während der gesamten Übung hab ich versucht dieses Zeug aufzuschlabbern. Deswegen ist Frauchen in der Kehrtwendung beinahe über mich gefallen. Laufschritt und Langsamschritt habe ich ebenso wenig mitbekommen. Unentwegt sagte sie mir ich solle sie anschauen und endlich aufhören den Boden abzuschlabbern.

Die Übung ohne Leine sah nicht besser aus und ich hatte so langsam das Gefühl, das Frauchen sich wünschte, das sich der Erdboden auftat und wir darin verschwinden konnten. Aber weder ich noch der Erdboden taten ihr den Gefallen. Sitz und Platz hab ich dann sofort gemacht, denn da hatte ich genügend Zeit den Boden abzuschlabbern.

Als Frauchen mich dann rief, sprang ich auf und schoß wie eine Kanonenkugel auf sie zu. Ich weiß nun wirklich nicht mehr ob ich ausgerutscht bin oder ob es Absicht war... jedenfalls lag ich vor ihr... sitzen sollte ich doch... Ich war so verdutzt. Das war mir doch noch nie passiert! Ich rappelte mich auf Frauchens Flehen, ich möge mich doch setzten, auf und sprang bei Fuß.

Als sie mich wieder angeleint hatte, sagte sie, das es ja wohl eine blamable Leistung gewesen wäre und das wir wohl durchgefallen wären. Es folgte noch die Übung "Abliegen". Nein, nein, durchfallen wollte ich nicht. Ich blieb wie angewurzelt liegen. Nachdem Frauchen mich wieder abgeholt hatte, gingen wir zum Richter.

Er sprach auf einmal von Leinenführigkeit und das ich nicht eng bei Fuß gelaufen wäre, das die Kehrtwendung nicht ok gewesen wäre und das ich nicht vorgesessen hätte.

"Hoppla....  war es doch nicht meine Aufgabe den Platz von diesem weißen kalten Zeug zu befreien?! Frauchen fror doch wegen diesem Zeug ..." Er gab uns aber dennoch 60 von möglichen 70 Punkten.

Den Straßenteil brachten wir ohne Zwischenfälle hinter uns. Zum guten Schluß, nachdem der Richter Frauchen zur bestandenen Teamtest Prüfung beglückwünscht hatte, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, ihn mal kurz anzuspringen. Gab aber keinen Punkteabzug, weil die Prüfung zu Ende war. Glück gehabt! Somit fuhren wir gegen 18.00 Uhr um eine Urkunde, auf der 140  von 150 möglichen Punkten stehen, reicher nach Hause.

Tja, das war meine Teamtest Prüfung und ich sagte doch: "Keine Panik Frauchen ich bin bei Dir. Wir machen das schon..."

 

 

 

 

 

 

PAGERANK-SERVICE  

 

Australian Shepherd