Mein 1. Hüte-Seminar bei Kai Haus im Februar 2005

Frauchen wollte schon immer mal wissen, wieviel Hüteinstinkt ich "von Hause" aus habe, aber immer wenn sie einen Termin zu einen Seminar entdeckte, war das Seminar bereits ausgebucht. Im Januar dann endlich hatte sie es geschafft uns für ein Hüteseminar anzumelden :-) An besagtem Samstag war es dann bitterkalt und es schneite zeitweise. Wirklich kein gutes Wetter um den ganzen Tag auf einer Wiese zu stehen ;-)

Nachdem sich der Seminarleiter und auch die Teilnehmer kurz vorgestellt hatten, ging es auch schon los. Einige der Teilnehmer hatten schon Seminare besucht. Ihre Hunde wußten was sie zu tuen hatten und konnten es kaum erwarten zu den Schafen zu kommen.

Bei den Hunden, die noch gar keine Erfahrung mit Schafen hatten, wurde wie folgt vorgegangen: Die Schafwiese war natürlich eingezäunt. Die Schafe befanden sich innerhalb dieser Einzäunung in einem rund eingezäunten Bereich. Frauchen und der Trainer befanden sich bei den 5 Schafen und meine Aufgabe war es erst einmal um die Umzäunung und somit um die Schafe zu laufen. Frauchen war erstaunt, wie gut das klappte. Rechts herum, links herum und auf Frauchens Zuruf legte ich mich hin.

Ich hatte den Eindruck, das Frauchen vor Stolz ein wenig wuchs - bis zu dem Zeitpunkt, als der Trainer sagte: "Die Schafe können wir auch wegpacken... Nikita interessiert sich nicht die Bohne für sie...?!" Ich durfte dann zu ihnen und den Schafen in die Umzäunung. Die Schafe interessierten mich aber immer noch nicht, ich hatte nur Augen für Frauchen - würde sie jetzt endlich mal die Güte besitzen und mir sagen, was sie von mir wollte?!

Frauchen sollte nun auf Anweisung des Trainers vor die Schafe gehen und schauen das die Schafe ihr folgten. Frauchen machte das ganz gut ;-). Ich zog den Trainer hinter den Schafen her, ohne sie wirklich zu bemerken, ich wollte nur zu Frauchen... Was machten die Wollköpfe bei ihr?! Der Trainer kam auf die Idee, das Frauchen sich verstecken sollte, damit ich "Zeit" hätte, die Schafe zu sehen. Naja, da ich die Schafe überhaupt nicht wahrnehmen wollte und nur nach Frauchen suchte, sagte der Trainer das er "soetwas" wie mich (er meinte sicher, das ich nur Augen für Frauchen hatte und deshalb nichts anders wahrnahm) noch nicht erlebt hatte und das er für den Moment ratlos wäre...

Nachmittags durfte ich nochmal zu den Schafen - der Trainer hatte sich überlegt, das wenn Frauchen zwischen den Schafen blieb, ich die Schafe wenigstens sehen "musste"... Wir befanden uns bei den Schafen in der Umzäunung, Frauchen hatte wirklich Mühe zwischen den Schafen zu bleiben. Sie sollte mich weder anschauen noch ansprechen. Da Frauchen mich überhaupt nicht beachtete und nur Augen für die Wollköpfe hatte, bekam ich nach kurzer Zeit Wut auf diese "Dinger"... Ich stürmte auf eines los - nein, ich wollte es nicht beißen - ich wollte nur, das sie von Frauchen weggingen...

In Panik sprangen drei von ihnen über die (runde) Umzäunung - Frauchen guckte ziemlich irritiert zum Trainer, der aber versicherte: "Alles ok, kein Problem, alles wird gut... guck das Du bei den Schafen bleibst." Frauchen hechtete also hinter den Schafen her und ich wild kläffend (um Aufmerksamkeit bettelnd) um sie herum... kurze Zeit später kam mir in den Sinn, das es "richtig" war, das die Schafe bei Frauchen waren und das es meine Aufgabe war, dafür zu sorgen, das sie bei ihr blieben.

Die Wollköpfe folgten Frauchen und ich folgte ihnen ziemlich ungestüm. Frauchen rief mir "Tack" (=Platz) zu und ich legte mich hin. Ich sollte den Wollköpfen langsam folgen und kurze Zeit später musste ich mich wieder legen... Nachdem die Schafe wieder in ihrer Umzäunung waren und ich in einiger Entfernung lag, riskierte ich den ein oder anderen Blick zu den Wollköpfen. Waren doch irgendwie interessant und ich wusste nicht genau, ob ich sie oder doch lieber Frauchen beobachten sollte, die sich noch mit dem Trainer unterhielt.

Man muss bedenken, das ich mittlerweile 5 Jahre alt bin und es mir von Anfang an verboten ist, hinter anderen Tieren (außer natürlich Hunden) herzulaufen. Mein Vater hat einen Hütetitel, meine Mutter, meine Wurfgeschwister und auch ein (mir bekannter) Halbbruder zeigen durchaus Interesse am hüten ;-). Daher kann ich glaube ich sagen, das Frauchen einen (bestimmt talentierten) Hütehund erfolgreich "therapiert" hat. ;-)

Frauchen will auf jeden Fall noch weitere Hüteseminare mit mir besuchen.

Bilder vom Hüteseminar gibts hier

 

 

 

 

 

 

 

 

Australian Shepherd

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