Tja, wie fang ich hier nun an?! Ich glaube, ich sollte damit anfangen, das ich meine, beim ASCD e.V. (Australian Shepherd Club Deutschland) ausgestellt zu werden, ist etwas besonderes. Es werden für die Conformation Shows des ASCD e.V. Richter bzw. Richterinnen eingeladen, die extra für diese Shows aus Amerika kommen!
Die Show findet an 2 Tagen hintereinander statt. Jede Show wird von einem anderen Richter bzw. Richterin gerichtet. Es sind also 2 Shows an einem Wochenende. Bei diesen Conformation Shows kann Hund, wenn Hund sehr gut im Standard ist, ASCA (Australian Shepherd Club of Amerika) Champion werden (natürlich, so glaube ich zumindest, geht das nicht an einem Wochenende). ASCA Champion kann man in Deutschland werden, weil der ASCD e.V. dem ASCA angeschlossen ist. Ein "Tochterverein" in Deutschland sozusagen!
Parallel zur Conformation Show finden an beiden Tagen Obedience Trials statt. Bei diesen Obedience Trials kann Hund, bei entsprechender Leistung, Arbeitstitel erringen. Obedince interessiert uns aber (noch?) nicht, deshalb das nur am Rande...
So, genug der einleitenden Erklärungen. Ich hoffe, ich habe es richtig verstanden und widergegeben. Ich komme dann jetzt mal zu meinem eigentlichen Bericht.
Ich glaube, seit Frauchen mich für diese Ausstellung gemeldet und auch die Bestätigung bekommen hatte, war sie nervös. Deshalb begannen wir bereits etliche Wochen vor dieser Ausstellung, den "raumgreifenden flotten" Trab zu üben. Auf dieser Ausstellung sollte ich so perfekt wie nur möglich laufen. Das "schöne stehen" brauchten wir nicht sonderlich zu üben, da ich mich immer schön hinstelle, wenn ich z.B. etwas haben möchte und mir andere Kunststückchen nicht passend erscheinen.
Vor jeder Ausstellung schnibbelt Frauchen an meinen Pfoten und an den Beinen die Haare etwas zurecht. Ich werde in die Wanne gesteckt und tüchtig abgeschrubbt. Das Beste daran ist das anschließende Trockenrubbeln. Hab ich ja nichts gegen... Nur was sie diesesmal für nen Aufwand betrieben hat ...
Kurz vor meinem Rutenansatz, stehen meine Haare etwas ab, liegen also nicht glatt auf dem Rücken. Frauchen sagt das kommt daher, weil ich mich oft "für so toll halte" und dann die Rute so hoch trage?! Um die Haare nun zu glätten, hab ich dann fast den ganzen Samstag damit verbracht, ein feuchtes Tuch auf meinem Hinterteil zu balancieren... Naja, wenn Frauchen meint das muss so sein...?!
Da Frauchens "externes Navigationssystem" (wie ja bereits bekannt ist, meine ich Herrchen) uns begleitete, gibt es von der Anreise zu dieser Conformation Show nichts besonderes zu berichten. Da ich mir sicher sein konnte, das wir ohne uns zu verfahren, in "Köwi" ankommen würden, kuschelte ich mich zufrieden in meine Box und schlief ein... Ich erwachte erst wieder, als wir bereits in "Köwi" angekommen waren. Zuerst holten wir unsere Startunterlagen ab, danach schauten wir wo eine liebe Bekannte uns ihr Zelt hatte stehen lassen, damit wir uns darin aufhalten konnten.
Ich war erstaunt, das Frauchen an diesem Morgen dann doch nicht nervös war (oder bemerkte ich es nicht, da sie entweder am Ring das Geschehen verfolgte oder an mir "rumpüsselte"?!). Mir wars egal, denn mittlerweile war die Sonne hinter den Wolken hervor gekommen und es war angenehm warm. Herrchen rückte seinen Stuhl in die Sonne, nahm sein Buch und war schon bald ganz vertieft darin. Ich sonnte mich ein wenig und döste, trotz des ganzen Trubels, vor mich hin.
Ich glaube, es war nach der Mittagspause, als wir endlich in den Ring durften. Nach Startnummern sortiert (ich an vorletzter Stelle) nahmen wir Aufstellung und liefen im flotten Trab in den Ring. Nach einer großen Runde blieben wir stehen und ich präsentierte mich. Die Richterin schaute sich alle Hunde im Stand an, dann wurde einer nach dem anderen von ihr abgetastet und musste noch mal sein "Gangwerk" zeigen.
Als ich an der Reihe war, präsentierte ich mich wie nie zuvor... Ich hatte wieder mal nur Augen für Frauchen, es war heute wieder mein Job zu stehen... und wie ich stand!!! Die Richterin schaute mich an, tastete mich ab, kontrollierte meine Zähne, aber es interessierte mich nicht im geringsten. Ich stand wie angewurzelt. Die Richterin gab Frauchen ein Zeichen und wir liefen diagonal durch den Ring und wieder zurück. Ich päsentierte mich nochmals kurz und auf ein weiteres Zeichen der Richterin liefen wir, in einer großen Runde, zurück ans Ende der Reihe.
Die Richterin ließ uns in zwei Dreiergruppen laufen, um unseren Trab nochmals zu begutachten. Kaum das wir wieder stehen geblieben waren, sortierte die Richterin Frauchen und mich an die dritte Stelle der Reihe. Frauchen guckte verdutzt und ich dachte schon, sie kapiert es nicht... Die Richterin gab Frauchen wiederholt das Zeichen und endlich setzte sie sich in Bewegung (ich natürlich mit ihr).
Frauchen war so verdutzt, das sie gar nicht bemerkte, das die letzte Runde, die wir nun liefen, bereits die "Ehrenrunde" war. Erst als die Zuschauer zu klatschen anfingen, realisierte sie, das ich Platz 3 errungen hatte! Sie freute sich wahnsinnig und hätte fast geheult, ich sprang ihr vor Freude bald auf den Arm... Naja, wir freuten uns nicht gerade "standesgemäß" (wie Frauchen nachher meinte), aber das war uns egal! Frauchen strahlte wie ein Honigkuchenpferd, als die Richterin ihr die Schleife gab.
Ich brauche sicherlich nicht zu erwähen, das Frauchen mir den Rest des Tages (und auch noch Tage später) sagte, wie gut ich das gemacht hatte!