Von diesem Morgen gibt´s nichts besonderes zu berichten... Frauchen quälte sich frühzeitig aus dem Bett, packte wieder alle Sachen zusammen, die man für solch einen Turniertag braucht (oder auch nicht braucht). Da Frauchens externes Navigationssystem (gemeint ist Herrchen) nicht mitfahren konnte, fuhren wir wieder zu unserer Trainerin, um ihr und ihrem Mann (unauffällig) zu folgen.
Zelte brauchten wir dieses Mal nicht aufzubauen, da der Parkplatz sehr groß und nah am Parcours war, konnten wir das Vordach des Wohnmobils nutzen. Frauchen und ich bauen auch selten unser Zelt auf, wir finden meistens bei Smokey und Medley unterschlupf. Kurze Zeit später trafen noch andere Vereinsmitglieder ein und es wurde richtig gemütlich in "unserem Wohnzimmer".
Es war recht kühl an diesem Morgen und Frauchen war froh, das die Parcoursbegehung für das Open nicht lange auf sich warten ließ. Da in den Klassen Mini und Midi nicht besonders viele Starter gemeldet waren, war damit zu rechnen, das wir bald an den Start mussten.
Ich war sehr ungeduldig und an der Absperrung stand unsere Trainerin mit meiner "heimlichen Liebe" Curly. Ich quiekte vor Ungeduld und Curly kam nachschauen, ob bei mir alles ok war. Frauchen fand das so süß, das sie bald nicht mitbekam, das unsere Startnummer aufgerufen wurde...
Zu Anfang des Open-Parcours stand eine "Welle" bestehend aus 3 Hürden. Hinter der Starthürde befand sich ebenfalls eine Hürde, die im weiteren Parcoursverlauf bewältigt werden musste... Wir gingen zum Start, Frauchen richtete mich vor der ersten Hürde aus und trat einen Schritt zurück.
Leute, die Curly und mich kennen, sagen das ich genau so eine Rakete bin, wie Curly es in jungen Jahren war. Jetzt da Curly mich endlich mal bei der Arbeit sehen konnte, schoß ich auf Frauchens "Hopp" so blitzartig nach vorne, ich achtete auch nicht auf Frauchens "Körpersprache" und noch bevor Frauchen einen Ton herausbrachte, war ich bereits geradeaus über die Hürde gesprungen ...
Die Folge war, wie sich jeder denken kann, ein Pfiff des Richters. Den Open-Parcours liefen wir mehr schlecht als recht zu Ende und ich versetzte mit meiner Geschwindigkeit nicht nur den Richter in Staunen (der sich die Hände vor die Augen hielt)... Frauchen war nicht gerade beglückt von meiner "Leistung", aber Curly war Stolz auf mich!
Naja, wir hatten ja noch den Prüfungslauf und den Jumping vor uns. Am Anfang des Prüfungsparcours standen drei Hürden schräg-versetzt, dann folgte die Wand. Diese Hürden meisterte ich in einem "affentempo" und schoß die A-Wand hinauf. Ich hörte wie Frauchen "eeeehhhhhyyyy ... Tack" rief, aber ich kümmerte mich nicht drum und sprang gekonnt über die Kontaktzone. Es folgten drei weitere Hürden in einem schönen Halbkreis, bevor ich im leicht abgewinkelt stehenden Sacktunnel verschwand ...
Frauchen hechtete hinter mir her als ich Hürde Nummer neun (welche gleichzeitig Hürde Nummer drei war) sprang. Sie war ziemlich wirr im Kopf, denn sie lotste mich gekonnt um Hürde Nummer zehn herum und zeigte mir Hürde Nummer elf, welche ich auch sprang. Ich verstand die Welt nicht mehr, als ich einen weiteren Pfiff des Richters hörte. Ich hatte doch darauf geachtet, welchen Weg mir Frauchen zeigte?!
Ich lief zu Frauchen, weil sie abprupt stehen geblieben war und ziemlich ratlos aussah. Ich hörte wie der Richter sagte: " Das war jetzt aber nicht der Hund schuld...". Frauchen schlug sich vor die Stirn, lächelte geknickt und wir liefen den Parcours zu Ende.
Ich machs kurz: Im Jumping disqualifizierten wir uns ein drittes Mal, aber in einer höllischen Geschwindigkeit. Nachdem der Richter ein drittes Mal gepfiffen hatte, zog er sich die Kappe ins Gesicht und unsere Trainerin wünschte sich sicher, das sich die Erde auftuen würde und sie darin verschwinden könnte ...
Frauchen fand jedoch: "Der Hund ist gut, nur ich ..." Es muss aber noch gesagt werden, das wir einige schwierige Stellen gut gemeistert haben und stellenweise sah es richtig "gekonnt" aus. Nur leider nach der Dis. ;-)