Mein 3. Agility-Start bei Mensch und Hund im Münsterland im Juli 2003

Hatte Frauchen bisher gedacht, das sie ihre Start-Nervosität überwunden hatte, so wurde sie an diesem Wochenende eines besseren belehrt. Unser Start bei Mensch und Hund im Münsterland war an einem Samstag und Herrchen konnte nicht mitfahren. Fast den gesamten Freitag verbrachte sie auf "dem stillen Örtchen" mit Magen-Darm-Problemen...

Am Samstagmorgen packte Frauchen wieder unseren Korb mit Kaffe und Leckerchen. Sie packte auch vorsichtshalber ein Mittel gegen Durchfall ein. Nachdem sie ihren (Klapp) Stuhl, den Korb und meine neue faltbare Stoffbox ins Auto gepackt hatte, fuhren wir los. Da Frauchen ja ohne ihr "externes Navigationssystem" (ich meine Herrchen) unterwegs war, fuhren wir zu meiner "heimlichen Liebe" Curly und seinem Rudel. Sein Frauchen ist unsere Trainerin. Nachdem ihr Mann uns wieder mal zu einer kleinen unfreiwilligen Stadtrundfahrt eingeladen hatte, kamen wir dennoch am Hundeplatz an, wo bereits Metty und Smokey samt Frauchen und Herrchen auf uns warteten. Alle aus unserem Verein bauten ihre Zelte auf und nun hieß es wieder mal warten...

Als der Parcours aufgebaut wurde, schluckte Frauchen ein Tablette und fühlte sich "sicherer". Sie sah an dem Morgen wirklich nicht gut aus. Als sie schauen wollte, wie weit das Geschehen am Parcours war, wartete ich in meiner tollen neuen Box. Sie kam zurück, zog sie sich ihre Schuhe an und im Laufschritt gings zum Parcours. Es ging schneller voran, als sie gedacht hatte.

Wir liefen wieder "Hand" und "Fuß" und auch das mir bereits bekannte "Tack" folgte alle paar Meter. Ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen, mich interessiert es nicht, das es ziemlich laut ist und die Leute durcheinander wuseln. Auch der Beifall für meine Vereinskollegin Lucy interessierte mich in diesen Monenten vor meinem Start nicht wirklich. Mich interessiert nur, das ich bald in den Parcours darf und für mich und Frauchen arbeiten kann. Wir hörten, das die Beiden mit 0 Fehlern aus dem Parcours kamen. Kurz beglückwünschten wir die Beiden und schon mussten wir an den Start.

Frauchen setzte mich vor der ersten Hürde ab, wartete drauf, das die Richterin den Parcours frei gab. Ich zog meinen Kopf aus dem Halsband, Frauchen schmiß die Leine weg und stellte sich zwischen Hürde eins und zwei in Position. Ich musste mich echt zusammen reißen, um keinen Frühstart hinzulegen. Ich stand zwar auf, aber Frauchen sah es und sagte mir unmißverständlich, das ich dort zu warten habe. Da sie mich aber nicht zu lange warten lassen wollte, nachdem ich mich ja doch zusammen gerissen hatte, gab sie mir das Startzeichen.

Ich flog über Hürde eins und zwei. Ein ziemlich lautes "Niiikita" liß mich scharf rechts abbiegen, obwohl ich doch geradeaus weiterlaufen wollte. Ich sprang Hürde drei und verschwand im Sacktunnel. Frauchen lief quer zur fünften Hürde, wo ich sie dann auch sah und diese Hürde sprang. Sie wartete, bis ich gelandet war und wieder musste ich die dritte Hürde springen, bevor ich den Diel sah. Diese Runde war geschafft. Ich musste aber erst zu Frauchen, damit ich gerade auf den Diel auflaufen konnte. Ich tat es zwar, aber ich musste meinem Unmut Ausdruck verleihen, indem ich ungeduldig bellte.

Sobald ich auf dem Diel war, hörte ich wieder "eeeehhhhhyyyy ... Tack" und ich legte mich auf die Kontaktzone. Frauchen atmete kurz durch und drehte sich blitzschnell um 90 Grad nach links und im gleichen Atemzug hörte ich "auf". Ich stürmte die A-Wand hinauf und gleich darauf hörte ich wieder "eeeehhhhhyyyy ... Tack". Wieder legte ich mich auf die Kontaktzone und wartete nur auf ihr "weiter" um links im Tunnel zu verschwinden. Frauchen lobte mich mit "Feine" und ich stürmte los. Als ich aus dem Tunnel kam, hörte ich kein Kommando und sah auch Frauchen nicht. Manchmal ist sie wirklich etwas langsam in ihren Reaktionen. So dachte ich mir, das ich doch Hürde drei nochmals springen könnte und steuerte in einem Affentempo darauf zu.

Ihr verzweifeltes "Niiikita" ließ mich herumfahren und nun sah ich, wo ich eigentlich hin sollte. Dadurch das ich diesen großen Bogen gelaufen war, Frauchen wie angewurzelt stehen blieb, kam ich gerade auf Hürde elf zu und trotz meines hohen Tempos blieb auch diese Stange liegen. Frauchen nahm nun ihre Beine in die Hand und hechte hinter mir her. Zum Weitsprung, der gerade hinter der Hürde stand, brauchte ich kein Kommando. So hatte Frauchen Zeit, links hinter der Wand abzubiegen und mir vorher per Hanzeichen die nächste Hürde zu weisen. Diese Kurve klappte auch gut und auch diese Stange blieb liegen. Ganz leise hörte ich von Frauchen ein "Ja!". Vor mir stand noch die Mauer und bei der Landung hörte ich ein etwas lauteres "Jaaa!".

Für die letzte Hürde brauchte ich auch kein Kommando. Nach dieser Hürde hatte ich noch so viel Tempo, das ich übermütig nochmals im Tunnel verschwand und ich vernahm ich ein lautes "Jaaaaaa!!!!" von Frauchen und der Jubel brach über uns herein... Ich stand ganz verdattert hinter dem Tunnel und konnte nicht begreifen, das es schon zu Ende war. Nachdem Frauchen mir mehrmals versicherte, das es zu Ende ist und ich es supertoll gemacht hatte, tobte ich mit meiner Leine herum.

Ich will ja nicht angeben, aber bei der Siegerehrung sagte die Richterin: "Wir haben hier heute sehr gute A0-Läufe gesehen und ich kann mir vorstellen, das diese Teams gut in der A1 starten können. Eine Laufzeit von 4,14 m/sec. sieht man nicht oft in der A0..." Frauchen wurde glaube ich etwas rot und ging mit mir zur Richterin, um unseren ersten Platz (einen Futternapf und Futter sowie einen Pokal) entgegen zu nehmen...

Ein gelungener Abschluß der A0, wie ich finde?! A1 wir kommen ...

 

  

 

 

 

 

PAGERANK-SERVICE  

 

Australian Shepherd

zurück zur Übersicht der Agi-Starts