Mein 5. A1 Start beim HSV Dortmund-Wickede-Asseln im Juni 2004

Normalerweise klingelt unser Wecker immer sehr früh, wenn wir einen Agility-Start haben. Manchmal sogar noch früher als in der Woche, wenn Frauchen arbeiten muss. Dieses Mal klingelte der Wecker aber erst um 6.30 Uhr. Wir konnten so zu sagen fast ausschlafen ;-)

Als wir (und mit uns einige unserer Vereinskollegen) gegen 10.00 Uhr in Dortmund ankamen, verhieß das Wetter nichts Gutes. Es war recht kühl und es sah sehr nach Regen aus, zwischenzeitlich schien aber auch die Sonne und man hatte den Eindruck, das das Wetter nun gar nicht wusste, was es wollte ... Wir ließen uns davon aber nicht Eindruck, denn Frauchen sag immer: " Für Leute die nen Hund haben gibt´s kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!" ... und sie ahnte noch nicht, wie recht sie damit haben sollte ...

Herrchen schleppte Kaffee und Brötchen für sich und Frauchen an. In geselliger Runde wurde erst einmal gefrühstückt. Als Frauchen sich endlich auf Herrchens flehen hin, ein halbes Brötchen hinuntergewürgt hatte, waren die Parcoursbauer auch schon fast fertig mit ihrer Arbeit.

Komischerweise war Frauchen nicht sonderlich nervös und wir kamen recht gut, mit einer Verweigerung am Slalom (der Stand aber auch mal in einem blöden Winkel zur Hürde ...) und zwei abgeworfenen Stangen, durch diesen Jumping-Parcours. Das nur am Rande, weil ja eigentlich der A-Lauf Gegenstand meines Berichtes sein soll :-)

Nach einigen Unterbrechungen wegen "kübelweise Regen", heftigen Gewittern und auch Hagelschauern, war es doch irgendwann endlich so weit, das Frauchen und ich in den Parcours durften. Als Startnummer 32 im Parcours war (wir hatten die Nummer 33), lieh Frauchen sich von unserer Trainerin eine Kappe. Frauchen befürchtete, bald nichts mehr zu sehen, da Regentropfen auf der Brille doch erheblich die Sicht beeinträchtigen. Tja, als sie mich dann vor die erste Hürde setzte, regnete es schon recht heftig und ein Donnerknall erschallte.

Ich saß angespannt vor dieser Hürde und Frauchen stapfte auf ihre Position - neben den Diel. Sie gab mir das Startzeichen und ich flog über die Hürde, über die Mauer und raste in einem leichten Bogen auf den Diel. Meine Güte war der glitschig ... Meine Geschwindigkeit und die Fliehkraft taten ihr übriges und ich "schmierte" vom Diel ab ...  (Keine Sorge ich hab mir nicht weh getan.) Ich guckte etwas irritiert und raste im gleichen Affentempo wieder hinauf. Frauchen war direkt neben mir und schrie (sie musste so schreien, weil der Regen unheimlich laut zu Boden prasselte): "eeeehhhhhyyy ... Tack ... Fräulein ... leg Dich hin ... Du weißt jetzt das es glatt ist ..." Ich legte mich brav auf die Kontaktzone!

Auf ihr "Feine ... Tunnel" raste ich wieder los. Hinter diesem gebogenen Tunnel stand der Slalom und ohne mein Tempo merklich zu verringen schlängelte ich mich hindurch. Frauchen brauchte mir die nächsten zwei Hürden nicht anzusagen, ich sah sie links von mir. Als ich "Niiikita" hörte, war ich gerade in Begriff, quer durch den Weitsprung zu springen (was natürlich falsch gewesen wäre). Frauchen kam angehechtet und ich kreiselte laut kläffend vor ihr herum. Sie wartete bis meine Nase in die Richtung der richtigen Hürde zeigte und auf ihr "hopp" gings weiter. Die Hürde stand wirklich sehr weit entfernt von den anderen Geräten ...

Frauchen schrie "Tunnel" - "Hopp" - "Reifen" - "Tunnel" und ich verschwand wie von der Tarantel gestochen im ersten Tunnel. Wo war Frauchen geblieben? Ich sah sie nicht mehr als ich aus dem zweiten Tunnel kam, ich hörte nur "auf" und sah die A-Wand. Ich schaute ziemlich blöde, als ich über die Spitze der A-Wand flog und dann endlich wieder Frauchen sah. Sie hatte endlich einmal meinen enormen Arbeitsabstand genutzt und war mir nicht gefolgt, sondern hatte ihren Weg abgekürzt und sich an der Kontaktzone der A-Wand plaziert.

Ganz langsam kroch ich die A-Wand hinunter und somit über die Kontaktzone. Frauchen gab den Weg frei und ich sprang über die Besenhürde. "Wippe - steh !" Ich stand und wartete brav, bis sich die Wippe zu Boden gesenkt hatte und Frauchen neben mir war: "Feine ... weiter ... weiiiit". Ich stürmte los und für die noch folgende Mauer und den Ziel-Sprung, benötigte ich eigentlich kein Kommando, aber Frauchen schrie: "lauf ... lauf".

Frauchen freute sich wahnsinnig, das wir durch diesen Parcours gekommen waren, ohne uns zu disqualifizieren - obwohl ich einen Fehler am Diel bekommen und zwei Stangen abgeworfen hatte. Mein großer Vorteil ist, das wenn Frauchen mich einmal gebremst hat, ich nichts springe, was sie nicht angesagt hat ... Der Hund ist supergut, sagt sie immer, aber in diesem Lauf war auch Frauchen supergut ;-).

Montags fuhren wir zum Fressnapf und Frauchen löste ihr Versprechen ein: "Wenn du schön läufst, nicht durchknallst, darauf achtest was ich von dir möchte, du die Kontaktzonen gut arbeitest, dann gehen wir am Montag in den Fressnapf und du darfst dir etwas aussuchen ..."

Ich suchte mir nen riesigen Knochen aus, der so groß und schwer war,  das ich ihn gerade noch tragen konnte ...  

 

 

 

 

 

 

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